Donnerstag, 30. Dezember 2010

Der tragische Tod eines Magermodels

Images: Oliviero Toscani für Nolita via Brigitte.de und Blabber

Sie wollte nur geliebt werden, hungerte nach Anerkennung, hungerte sich zu Tode.
Isabelle Caro starb am 17. November an einer Lungenentzündung - ihr Körper war zu schwach, um gegen die Infektion anzukämpfen. Bei 1,64 m wog sie nur noch 31 Kilo.

Stefanie Rosenkranz beschreibt Isabelle Caro 2007 im "Stern" mit sehr einfühlsamen Worten: Tief ist das Décolleté ihrer schwarzen Bluse. Unter einer Haut, dünn wie Pergament, sieht man die Schlüsselbeine, das Brustbein, die Rippen. Ein Röntgenbild in Farbe. Der Unterkörper ist bedeckt von einer gleichfalls schwarzen Hose, die an den Beckenknochen hängt wie an einem Bügel.

Isabelle Caros Leidensweg begann schon sehr früh. Ihre Mutter hatte Angst, dass ihre Tochter viel zu groß wird - Kinderärzte hatten ihr das nämlich zugesagt. Also maß die Mutter ständig die Größe ihrer Tochter, lies sie nicht nach draußen - frische Luft fördere schließlich das Wachstum.


Isabelle darf irgendwann nicht mal mehr zur Schule, die elterliche Wohnung wird zu ihrem Gefängnis, zur Geburtsstätte ihrer Krankheit. Mit 13 wird bei ihr Anorexie (Magersucht) diagnostiziert, bis zu ihrem Tod wird die Krankheit Isabelles Leben bestimmen.


Eigentlich wollte sie immer gegen die Magersucht kämpfen, zog sich 2007 für die Marke "Nolita" nackt aus, posierte als Werbegesicht mit dem Slogan "No Anorexia" - als Abschreckung.


Doch nach dieser Werbekampagne erlange Isabelle Caro traurigen Ruhm. Sie wurde von nun an zwar die Botschafterin gegen Magersucht - ein Vorzeigeobjekt, ein PR-Phänomen. In Pro-Ana-Foren, die Magersucht verherrlichen, wurde sie jedoch zum Star. Isabelle wird zu einer Kämpferin, deren Kampf aber meist in die falsche Richtung drängte.


Und den sie am 17. November 2010 verlor. Sie starb im Beisein ihrer Familie in Tokio. Ausgemärgelt. Traurig. Einsam. Sie wurde nur 28 Jahre alt.

Kommentare:

  1. Wirklich Schade!
    Letztens war sie noch in der Show von Jessica Simpson - ich dachte sie schafft es doch irgendwann.
    Traurig.
    Vorallem weil ich es selbst aus meiner Familie leider kenne - diese Krankheit kann man nicht mehr heilen!

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  2. Ich finde es auch schrecklich... Trotzdem bin ich der Meinung dass man die Krankheit heilen kann! Nur Ärzte und Psychologen helfen da wenig.. Es muss von einem selbst, von Innen heraus kommen.
    Ich habe es geschafft, einfach war es nicht.

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  3. Ich weiß, ich kenne auch einen Fall. Sie hat sich zurückgekämpft - von ganz alleine! Je mehr die Menschen auf einen einreden, umso eher blockiert man und lässt irgendwann gar niemanden mehr an sich ran!

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